Twitter – ist das sinnvoll?

Über den Sinn eines Twitter Accounts gibt es durchaus geteilte Meinungen. Im folgenden Text stellen wir einige landläufige Argumente gegen die Nutzung von Twitter zusammen, betrachten aber auch die Vorteile.

Zu den häufigsten von meinen Kunden vorgebrachten Argumenten gehören:

  • Wozu ist denn so ein Twitter eigentlich gut?
  • Ich brauche kein Twitter. Das nutze ich nie, und meine Kunden auch nicht.
  • So etwas neumodisches brauchen wir nicht. Das geht auch ohne.
  • Ich möchte nicht über jeden Handschlag, den ich mache, die ganze Welt informieren.

Eine kurze Analyse ergibt: Alle diese Argumente sind zunächst nachvollziehbar. Somit stellen sie ein Marketing-Problem seitens Twitter dar. Der Ruf einer „Hype“-Firma steht dem Unternehmen offensichtlich in Bezug auf größeres Wachstum und höhere Nutzerakzeptanz im Weg.

Aber abseits von all den Vorurteilen, Sagen und Legenden, die sich um dieses „neumodische Tool“ ranken, stecken einige sehr spannende Konzepte dahinter, deren Relevanz auch von den stärksten Gegnern dieser Kommunikationsform nicht geleugnet werden kann.

Faktor 1: Minimalismus

Twitter-Nachrichten sind auf 140 Zeichen beschränkt. Das ist eine Menge, die man als Kunde in der Regel problemlos aufnehmen kann – bzw. als Marketing Experte seinen Kunden zumuten kann, ohne gleich zu nerven… solange man es mit der Anzahl dieser Kurznachrichten nicht übertreibt.

Ängste des Geschäftsführers, er müsse nach Erstellung eines Accounts jedes Geschäftsessen und jede Unterschrift twittern, oder seine Sekretärin würde sich jetzt nur noch mit Twitter beschäftigen, sind vollkommen unbegründet. In dichter Taktzahl gesendete Nachrichten würden aller Warscheinlichkeit nach niemanden interessieren und damit dem Unternehmen vielmehr schaden als nutzen. Wohldosiert angewendet dagegen kann man seinen Kunden durchaus „Frohe Ostern“ (und Weihnachten) wünschen, alle paar Wochen neue Produkte oder Aktionen ankündigen oder ein besonders spannendes, gerade abgeschlossenes Projekt verlinken.

Faktor 2: Echtzeit

Twitter-Nachrichten sind sofort für alle Leser sichtbar. Das ist für manche Anwendungen wie die Weihnachtsgrüße oder das Jobangebot nicht wirklich wichtig – bei den Neujahrsgrüßen wird es dagegen schon spannender – und interessant wird es spätestens auf den zweiten Blick für alle, die täglich mit ihrem Computer arbeiten oder eine Website betreiben.

Jeder, der E-Mails, Telefone oder andere strombetriebene Medien für seine tägliche Kommunikation nutzt, hat schon Ausfälle erlebt. Wie aber kommuniziere ich einen Ausfall der Telefonanlage an meine Kunden? Ein Problem im E-Mail System? Eine Störung der Website?

Twitter ist eine Möglichkeit, die mittlerweile von vielen großen Firmen für solche – noch vor einigen Jahren undenkbaren – Kommunikationstricks genutzt wird. Eine 140 Zeichen Nachricht – geschrieben in 30 Sekunden per mobilem Endgerät – informiert einen Großteil der Kunden, mit der Folge einer erheblichen Reduzierung der Anzahl eventueller Beschwerden.

Und plötzlich reden wir nicht mehr von einem hypigen Nerd-Werkzeug, sondern von einem professionellen Marketing- und Informations-Tool, das in Notfällen unbezahlbare Dienste erweisen kann.

Faktor 3: Unaufdringlich

Ein Newsletter oder eine Werbe E-Mail legen wir direkt ins Postfach des Kunden. Unsere Twitter-Nachrichten kann der Kunde abonnieren, abbestellen, archiviert anschauen und bei Bedarf weiterleiten. Aber es herrscht kein Lese-Zwang. Es entsteht eine angenehm ungezwungene Atmosphäre.

Sicherlich führt das dazu, dass wir weniger Abonnenten haben als bei einem Newsletter. Schließlich kann man im Newsletter den „Abmelden“-Link hervorragend so verstecken, dass ihn niemand findet. Gekoppelt mit einem Gewinnspiel steigt die Abonnenten-Zahl da schnell.

Abgesehen davon sollten wir unser Marketing aber so ansprechend, unsere Angebote so interessant und unsere Kommunikation so professionell gestalten, dass die Kunden unsere Nachrichten freiwillig abonnieren – was bei Twitter üblich ist. Twitter ist also ein Medium, das unaufdringliche, offene Kommunikation unterstützt und fördert.

Faktor 4: Vernetzung

Das Internet besteht aus Vernetzung. Kontakt- und Business Netzwerke, Website-und Freundes-Netzwerke, Firmen, Adressen und mobile Endgeräte – alles ist vernetzt. Bei genauerem Hinsehen hat sich das Internet diese Technik in der Realität abgeschaut, in der sie sich bekanntermaßen als äußerst hilfreich erwiesen hat.

Auch Twitter ermöglicht es, sich mit passenden Themen, Personen oder Firmen zu vernetzen – auf vollkommen einfache Art und Weise. Mitteilungen anderer User können abonniert werden, – transparent und für jeden sichtbar.

Zusammenfassung

Meiner Meinung nach hat Twitter trotz oder gerade wegen seiner Einfachheit eine Berechtigung zwischen all den anderen Kommunikationsmedien. Einige Funktionalitäten wären auf anderem Wege kaum zu realisieren, andere wiederum sind genial gelöst. Es ist durchaus eine Überlegung wert, ob man sich als Firma einen Twitter Account zulegt. Es hat sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen, eine verantwortliche Person inklusive Vertretung dafür zu bestimmen, – in der Regel jemanden aus der Marketing- oder PR-Abteilung. So kann sichergestellt werden, dass der Account nicht einfach in Vergessenheit gerät. Zudem ist eine Aufnahme des Mediums in Kommunikationspläne für Notfälle empfehlenswert, sofern solche im Unternehmen existieren. Eine Online Marketing Agentur kann bei der Umsetzung helfen; grundsätzlich ist das alles aber auch in Eigenregie und mit internem Know-How möglich – in den meisten Firmen gibt es schließlich ausgewiesene Twitter-Experten, auch wenn das in der Regel nicht bis in die oberen Management Etagen bekannt ist.

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